Amigo: \"Beginn Einer Freundschaft\" in MESSER MAGAZINE (March 2012)

Amigo: "Beginn Einer Freundschaft" in MESSER MAGAZINE (March 2012)

Article "Beginn Einer Freundschaft" in magazine MESSER MAGAZINE (March 2012)

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BEGINN EINER FREUNDSCHAFT

Frisch und modern wirkt das Amigo Z von Kizlyar Supreme auf den ersten Blick. Ob sich ein zweiter Blick lohnt, erfahren Sie hier.

Wenn ein Schuh von Anfang an perfekt passt, stehen die Chancen gut, dass das so bleibt. Ganz ähnlich ist das auch bei einem Messer. Gefällt es einem auf den ersten Blick und fühlt es sich auch noch gut in der Hand an, dann könnte es etwas werden mit der „Beziehung“. Das neue Kizlyar-Modell will sogar ein Freund sein – ein Amigo eben.

               Wir haben die Amigo-Z-Variante in AUS-8-Stahl ausgewählt. Sie hat einen am Rücken ansetzenden Flachschliff, an den sich die eigentliche Schneidfase anschließt. Die Amigo-X-Serie hat dagegen einen Hohlschliff, der etwas oberhalb der Mitte der Klingenböhe beginnt und einen leicht veränderten Klingenrückenverlauf. Beide Modelle gibt es mit AUS-8- oder D2-Klinge.

               Vor ein paar Jahren galt dieser japanische AUS-8-Sctahl als einer der besten auf dem Markt. Das war, bevor die nichtrostfreien Werkzeugstähle ein Revival erlebten und die hochlegierten pulvermetallurgischen Stähle Einzug hielten. Doch AUS-8 ist und bei richtiger Wärmebehandlung auch ausreichend belastbar ist.

               Bei einer Klingenlänge von 53 Millimetern und einer Schneidenlänge von 45 Millimetern ist das Amigo in seinem Anwendungsbereich begrenzt, doch für viele Aufgaben ist es ausreichend. Die Semmel am Morgen, der störrische Karton, den es zu öffnen oder zu zerlegen gilt und den Stock, den man zurecht schnitzen möchte, all das packt das Kleine.

               Durch das weite Zeigefingerloch, die Mulde für den Mittelfinger und die geriffelten Bereiche am Klingen- und Griffrücken liegt das Amigo sehr sicher in der Hand. Man kann sogar, ohne das Messer beiseite zu legen, Dinge greifen. Wenn man den Daumen auf die geriffelte Auflage oberhalb des Lochs legt, kann man viel Kraft aufwenden, mit dem Zeigefinger vorn auf dem Klingenrücken besonders präzise schneiden.

               Will man den Griff mit einem Fangriemen oder Lanyard aufwerten, muss man, zumindest beim Amigo Z, zu dünnem Leinenmaterial greifen, denn herkömmliches 550er-Paracord geht nicht durch die nur 2,9 Millimeter weite Öse, Ob man sich das Amigo tatsächlich um den Hals hängen will, muss jeder selbst wissen. Es geht, und die Kugelkette ist relativ sicher in der Anwendung. Man kann sich das kleine Messer aber auch in die Tasche stecken. Die G10-Scheide ist schick, das Messer lässt sich kontrolliert ziehen, und der Halt ist sehr sicher.

               Einen Kritikpunkt gibt es jedoch: Es lässt sich praktisch nicht vermeiden, dass man mit Teilen der Schneide bei jedem Ziehen und Versorgen über die Kunststoff-Zwischenlage der Scheide rutscht, die auch für den Halt sorgt. Das ist der Schärfe auf Dauer abträglich. Trotzdem: Das Amigo hat auf jeden Fall das Potenzial für eine lange Freundschaft.

KIYLZAR SUPREME

Der russische Messerhersteller Kizlyar dürfte vielen Lesern bekannt sein. Kizlyar Supreme hat damit allerdings nichts zu tun, sondern ist eine eigene Firma (bei der ehemalige Kizlyar-Mitarbeiter tätig sind). Die Messer werden nicht in Russland produziert, sondern in Fernost. Derzeit gibt es vier Modelle in verschiedenen Farb-, Beschichtungs- und Stahlvarianten. Man darf auf weitere Neuheiten gespannt sein.

Text & Fotos: Oliver Lang